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Wolfgang Sofsky
Gewöhnliche Finsternis

Nach gleißendem Wüstengelb kehrt die Finsternis zurück. Sonne, Sterne, Mond spenden kein Licht, auch Lampen, Leuchten, Kerzen nicht. Das Feuer brennt und wahrt die Stärke seiner Glut, doch vergangen ist das Rot. Ein niemals endender Sturm fegt  über die Ödnis, finstere Flammen züngeln hernieder, Rauch erstickt den Atem. Irgendwo schwebt die Kugel am Himmel. Es ist vollkommen, es ist die reine Nacht. Ein Rascheln, ein Flattern, eine Feder streicht über die Stirn. Er vernimmt kein anderes Geräusch als ein regelmäßiges Pochen, das von seinem Herzen zu kommen scheint, ein Anflug von Unruhe, wieder hört er das Herz schlagen. Allem Anschein nach liegt daneben eine Hand aus Fleisch und Blut. Er ist in die Dunkelheit zurückgekehrt. Dann bricht das Geräusch ab.

© WS 2014

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