Schlagwörter

,

Wolfgang Sofsky
Maxentiusbasilika

maxentiusbasilika

Eines der imposantesten Bauwerke des antiken Rom ließ Maxentius am Rande des Forum Romuanum errichten. Vollendet wurde die Basilika unter Konstantin. Neben dem Colosseum, Domitians Kaiserpalast auf dem Palatin, dem Pantheon oder den Thermenhallen des Diokletian gehört die Maxentiusbasilika zu den Meilensteinen in der Geschichte der Machtarchitektur. Auf einer Grundfläche von 100 mal 65 Metern ließ der Kaiser die Basilika als monumentale Empfangshalle errichten. Das Bauwerk zwang Besucher, die durch den Haupteingang im Osten eintraten, dazu, die gesamte Längsachse des Bauwerks zu durchschreiten.

Das Mittelschiff war 80 Meter lang, 25 Meter breit und 35 Meter hoch. (Das Hauptschiff des Kölner Doms mißt 43 Meter). Auf der Westseite schloß eine Apsis das Schiff ab. Von der Einganghalle im Osten gelangte man durch eine der fünf Türen in das Hauptgebäude. Seitenschiffe im Norden und Süden hatten je drei Räume, die untereinander und mit der  Eingangshalle verbunden waren. Mächtige, mit Kassetten verzierte Tonnen überwölbten die Räume. Die Decke des Mittelschiffs war keine Balkendecke, sondern ein doppeltes Kreuzgewölbe, die von acht Strebepfeilern getragen wurden. Sie maßen 14,5 Meter und bestanden aus prokonnesischem Marmor. Jedes der Joche überspannte eine Wölbung von 21 Metern. Dadurch konnte man das kassettierte Gewölbe 35 Meter hoch bis zu den Deckenrosetten ansteigen zu lassen.

Der mittlere Raum des Nordflügels hatte eine Apsis, vor der zwei Säulen standen und in deren Wände Nischen für Statuen eingetieft waren, gerahmt von kleinen Säulen auf profilierten Konsolen. Auf der Südseite gab es einen prächtigen Eingang: eine von vier  Porphyrsäulen gestützte Vorhalle mit einer Treppe davor. Diese neue Nord-Süd-Achse der Basilika ging auf Planänderungen unter Konstantin zurück..

konstantin

Der Innenraum muß nicht nur durch Größe und Höhe überwältigend gewesen sein, sondern auch durch die Pracht der Dekoration. Vielfarbig war der eingelegte Marmor der Böden und Wände. Auf den Kassetten der Gewölbe fand man vergoldeten Stuck. Fluchtpunkt des Raums jedoch war in der Westapsis eine Kolossalstatue der Kaisers und Gottes Konstantin. Die Sitzstatue hatte etwa die zehnfache Lebensgröße eines Sterblichen. Es handelte sich um einen Akrolith, um eine Statue, bei der nur die nackten Körperteile (Kopf, Arme, Beine) aus Marmor bestehen. Das Gewand bestand aus Goldblech, das über ein Holzgerüst gespannt war. Die Marmorteile sind heute im Hof des Konservatorenpalasts ausgestellt. Der Kopf des Kaisers mißt 2,60 Meter, der Fuß zwei Meter.

MaxentiuspPiranesi

Erhalten ist nur ein Seitenschiff, dessen Bögen etwa 20 Meter breit, 17 Meter tief und 24,50 Meter hoch sind. Es ist vielfach auf  Stichen und Zeichnungen von Piranesi, Rossini, Friedrich u.a. Ruinenkünstlers festgehalten, die stets den Kontrast zwischen dem gigantischen Steinwerk und der Winzigkeit menschlicher Figurenbetonen.

© W.Sofsky 2016

Advertisements