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Wolfgang Sofsky
Verethragna

verethragna

Er ist schwerbewaffnet, strotzt vor Kraft und bringt stets den Sieg. Seine Potenz ist unermeßlich, aber er hat auch die Fähigkeit, Verletzte zu heilen. Er ist schneller als der Wind, und er vermag sich in mächtige Tiere zu verwandeln, in einen Bullen mit goldenen Hörnern, einen Bären, ein Kamel oder einen Schimmel mit Ohren aus Gold. Er beherrscht das Feuer, das den Sieg bringt, und er regiert den Planeten des Krieges. Aber Verethragna ist auch ein großer Jäger, der die Menschen mit Fleisch versorgt. Unweit des Berges Sanbulos weit hinter Ninive, dessen Lage  indes bis heute nie genau zu bestimmen war, wurde er unter dem Namen Hercules verehrt. Zu einer bestimmten Zeit „mahnt er die Priester durch ein Traumbild, Pferde zur Jagd zu rüsten und neben dem Tempel bereitzustellen. Sobald man den Pferden die mit Pfeilen gefüllten Köcher aufgeladen hat, rennen sie durch den Wald, und erst bei Nacht, wenn die Köcher leer sind, kehren sie mit heftigem Schnauben zurück. Der Gott zeigt, wiederum in einem nächtlichen Gesicht, wo er die Wälder durchstreift habe, und überall findet man das erlegte Wild“ (Tacitus, Annalen XII, 13).

© W.Sofsky 2016

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