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Wolfgang Sofsky
Ezra Pound: Boja d´un Dio

Pounds Canto XXVIII beginnt mit einer lokalen Variante der christlichen Schöpfungslegende, die allerdings in gelinder  Blasphemie endet. In der Romagna, dem Landstrich zwischen Po und Apennin, erzählte man sich, der erste Mensch sei ein „Romagnolo“ gewesen, den Gott bei all der Arbeit fast vergessen hätte. So es heißt es bei Pound:

„And God the Father Eternal (Boja d´un Dio!)
Having made all things he cd.
Think of , felt yet
That something was lacking, and thought
Still more, and reflected that
The Romagnolo was lacking, and
Stamped with his food in the mud and
Up comes the Romagnolo:
    „Gard, yeh bloody ´angman! It´s me“.
Aso iqua me….

Und Gott dem Ewigen Vater (Boja d´un Dio!)
War es, als er alles erschaffen hatte,
was ihm so einfiel,
Als ob noch irgendwas abginge, und er sann
Weiter nach und da kam er darauf:
Es fehlte der Romagnolo, und
Er stampfte mit dem Fuß auf
Und aus dem Baaz empor fuhr der Romagnolo
    „Beinheinrich! Da hast mich.“
Aso iqua me…
(Ü: Eva Hesse)

Boja d´un Dio!: Henker von einem Gott!
Aso iqua me: „Hier bin ich“.
„Romagnolo“ kann anspielen auf den Herzog der Emilia-Romagna: Cesare Borgia.

© W.Sofsky 2016

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