Schlagwörter

, ,

Isabeau Prévost
J.A.M.Whistler: Symphony in White Nr.3

whistler3

Die dritte „Symphony in White“ zeigt nochmals Joanna Hiffernan, diesmal entspannt auf einem Sofa sitzend, den Arm locker auf die Lehne gelegt, den Kopf denkend in die andere Hand gestützt. Zu ihren Füßen kniet Milly Jones, die Ehefrau eines Freundes. Zwei Jahre hat Whistler an dem Bild gearbeitet, bevor es 1867 in der Royal Academy zu sehen war. Das Bild fand viele Bewunderer, darunter H.Fantin-Latour oder E.Degas. Anders als die beiden ersten Symphonien ist hier die Farbe Weiß moduliert. Von Joannas Kleid, es ist dasselbe wie bei Nr 2, erscheint nur das Oberteil in klarem Weiß, der dünne Rock zeigt, ähnlich dem Sofa, gelbliche Schlieren. Milly Jones Gewand ist ganz in Gelbweiß gehalten, umgeben von grünlichen Schatten und japanischen Pflanzen. Der Fächer am Boden schimmert rötlich. Die Frauen sitzen stumm da, die reden nicht miteinander und sie denken nicht miteinander. Jede sinniert vor sich hin, auch Joanna, die dem Betrachter zugewandt scheint, ist in sich verschlossen. In Whistlers Symphony kehren zwar Motive wieder, der Fächer, die Blumen, das Kleid, die Person, doch die Themen entwickeln sich nicht, sie verharren in der Zeit. So vielfältig die Abschattierungen der Farbe Weiß, es ist die Farbe des Stillstands, der Generalpause, des poetischen Schweigens.

© IP/WS 2016

Advertisements