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Wolfgang Sofsky
Protagoras: Götter?

protagoras

Die Schrift „Über Götter“ des griechischen Philosophen Protagoras ist nicht überliefert, außer dem ersten Satz, der alles entscheidet: „Was die Götter angeht, kann ich nicht sagen, weder daß sie sind noch daß sie nicht sind, auch nicht wie beschaffen an Gestalt sie sein sollten; denn vieles gibt es , was das Wissen verhindert, die Undeutlichkeit, und daß das menschliche Leben kurz ist.“ (Diels/Kranz (Hg.) Vorsokratiker 80 B4).  Protagoras soll ob solcher Gedanken vor Gericht gezogen worden zu sein. Er habe sich aber durch Flucht entzogen. Andere Quellen besagen, er sei 411 a.Chr. verbannt worden und auf der Überfahrt nach Sizilien im Meer ertrunken, indes das berüchtigte Buch in Athen öffentlich verbrannt worden sein soll. Die Wirklichkeit der Götter ist nicht gegeben, sie kann daher nicht Gegenstand von Wissen sein. Was die Dichter Homer oder Hesiod über die Götter erzählten, sei eben Dichtung. Nicht anders verhält es sich mit den „heiligen“ Schriften des Monotheismus: Literatur, Fiktion.

© W.Sofsky 2017

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