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Wolfgang Sofsky
Göttergefolge

athenavarvakeion

Wenn Götter wie Menschen sind, wenn sie miteinander reden und verkehren, einander lieben, zürnen oder leiden, Kinder zeugen und verstoßen, dann muß ihnen die menschliche Einbildungskraft einige Bei- und Hilfsgötter zuweisen, die abstrakte Eigenschaften oder Mächte verkörpern, welche die Gottheit selbst nicht erfüllt. So entsteht das Göttergefolge. Mit Themis, der Ordnung, zeugt Zeus die Jahreszeiten und die Göttinen des Schicksals;  Metis, die Klugheit, wurde von Zeus verschlungen, doch verursachte ihm die Weisheit solche Kopfschmerzen, daß er schließlich Athena aus seinem Haupte gebar. Eine andere seiner Töchter ist Dike, das Recht. Böse Männer zerren sie gelegentlich durch die Gassen der Stadt, so daß sie von den Göttern gerettet werden muß. Sie setzt sich sodann neben ihren Vater und berichtet vom Treiben der Menschen, woraufhin jener ganze Völker büßen läßt. Athena trägt Nike, den Sieg, als kleine, vier Ellen hohe Flügelfigur auf der Hand. Ares, der Gott des wilden Krieges, wird von „Furcht“ und „Schrecken“ begleitet, von Phobos und Deimos. Aphrodite ist von Eros umgeben, der Liebe, von Himeros, der Sehnsucht, und Peitho, der Überredung. Dionysos führt die Horen an, die „Zeiten“ des fruchtbringenden Jahres. Sie überwachen das Leben, denn sie sind Töchter von Zeus und Themis, der Ordnung.

© W.Sofsky 2017

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