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Wolfgang Sofsky
Beleidigungen

Zur Zeit vernimmt man – wg. der „sozialen Medien“ – eine lautstarke Wehklage über die „Verrohung“ der Sitten durch Haß- und Hetzreden, die – gemäß Verordnungswut der Obrigkeit samt derjenigen der angeschlossenen Funk- und Blatthäuser – allesamt zu verbieten sind, womit man den Wortschatz der Sprachen allerdings erheblich beschneiden wird, da des Volkes Mund über zahllose Schimpfwörter, Flüche, Beleidigungen etc. verfügt, weil natürlich jedermann weiß, daß Beleidigungen meist ausgesprochen werden, wenn der Beleidigte dieselbe auch verdient hat, wogegen die ehrempfindsamen Gemüter in den höheren Regionen der Gesellschaft niemals auf den Gedanken kommen, daß Beleidigungen womöglich verdient sein könnten. Zur Ergänzung der allgemeinen Haß- und Hetzreden, bzw. der sprachpolizeilichen Ermittlungsakten hier noch ein paar Beleidigungen, vornehmlich aus dem Ruhrpottvokabular, empfohlen zum trefflichen Gebrauch bei passender Gelegenheit. Weitere folgen demnächst.

Blödbatz, Bratarsch, Breitarschantilope, Dämlack, Drecksau,Dummschwätzer, Eierarsch, Eiterbeutel,  Ferkelwämser, Frutte, Gehirnblutsauger, Gesichtsbrötchen, Glotzboeppel, Hackfresse, Hirnamputierter, Kacklappen, Kanalratte, Klötenponny, Kotzbrochen, Nappsülze, Patzköttel, Pißkopp, Pißbudenlui, Pillemann, Pommesfresse, Ranzfritte, Rattenpunz, Sackgesicht, Saftarsch, Sausack, Scheißhacke, Sockenstopfer, Spatzenhirn, Stinkadores, Treckergesicht, Wichser.

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