Editorial

Das Holbach-Institut wurde im März 2016 gegründet. Die private Einrichtung fördert die Auseinandersetzung mit allen Formen der Macht, der Religion und Illusion. Das Institut trägt den Namen des deutsch-französischen Aufklärers, Enzyklopädisten, Universalgelehrten, Philosophen und Atheisten Paul Thiry d´Holbach. Sein Werk bietet neben einer Metaphysik der Natur auch eine philosophische Anthropologie der Leidenschaften und Moral sowie eine vehemente Kritik der Macht, der Religion und Gesellschaft. Die Aufgaben des Instituts liegen weniger im Bereich der Philologie, der Textauslegung oder der Ideengeschichte. Vielmehr sollen im Geist der „Coterie holbachique“ systematische Probleme in freier Form behandelt werden. Hierzu gehört, daß die Verfertigung der Gedanken, Ideen und Konzepte auch in ihrem Ablauf dokumentiert wird, anstatt vermeintlich abschließende Ergebnisse zu präsentieren („work in progress“). Das Institut versteht sich in der Tradition einer ungeteilten, umfassenden Aufklärung, die, belehrt durch historische Erfahrung, Hoffnungen auf einen Fortschritt des Gattungswesens und der gesellschaftlichen Entwicklung nicht teilt,  Möglichkeiten einer energischen und gezielten Aufhellung einzelner Dunkelfelder jedoch nicht von vornherein ausschließt.